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Auf Augenhöhe

Auf Augenhöhe

Man trifft ganz viele unterschiedliche Leute hier oben. Vom Banker in glänzenden Lederschuhen bis zum 97-jährigen Bergführer, ehemalige Knechte und Hebammen - sie alle waren in diesem Sommer schon hier bei uns. Aber irgendwie spielt es gar keine Rolle, was man macht oder gemacht hat im Leben. Jeder sitzt neben dem anderen auf der Holzbank und meistens findet sich schnell ein Gesprächs-Thema. Und sei es auch nur das Wetter.

Vielleicht bin ich manchmal etwas unhöflich, wenn ich mich gleich mit Vornamen vorstelle, aber alles andere fühlt sich hier oben in den Bergen unnatürlich an. Möge mir verzeihen, wer formellere Umgangsformen gewöhnt ist. Erstaunlich oft sind auf der Alp auch Fremdsprachen gefordert und da freue ich mich immer, wenn ich die Kenntnisse wieder mal auffrischen kann.

Manchmal ist die Sprache bei Führungen nicht das grosse Problem, auch in Mundart gibt es Herausforderungen. So kam ich kürzlich in Bedrängnis, als ein Kind einer Schulklasse fragte, warum denn der Muni auf der Alp sei. Hmm...da gibt es nichts anderes, als in einfachen Worten zu erklären, wie das funktioniert mit der "stierigen" Kuh und all dem (führe ich jetzt hier nicht weiter aus). Die Lehrer als Zuhörer amüsierten sich wohl köstlich. Gibt's die Aufklärung halt auf der Alp...

So gibt es immer wieder neue Situationen, die mit ein bisschen Humor ganz gut gemeistert werden können. 

Herzlich, Nadja