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E trochni Sach

E trochni Sach

Es ist 6 Uhr morgens und ich hätte gerade wunderbar Zeit um wieder mal ein paar Zeilen über das Alpleben zu schreiben und Büroarbeiten zu erledigen. Es ist so, dass ich die Stallarbeit zumindest vorübergehend abgegeben habe, da alles zusammen etwas viel wurde. Nur gibt es ein Problem: Frühmorgens bin ich nie sonderlich kreativ. So will mir gerade nicht viel Spannendes in den Sinn kommen.

Es ist nicht ganz dasselbe ohne das Melken. Einerseits brauche ich mich nicht über die eine Kuh zu ärgern, die nie an den Platz geht (ein wirklich äusserst stures Ding!) und andererseits bin ich nun wirklich den ganzen Tag in der Hütte tätig. Statt mich verschlafen an eine Kuh anzulehnen, nutze ich also die Zeit um die Tasten am Computer zu drücken. Nur gibt der so gar keine Emotionen retour!

Doch gerade leuchtet er auf, der Bildschirm! Nicht weil mir die zündende Idee gekommen wäre, sondern weil die Sonne in dem Moment über dem Boltig Niederhorn erscheint und direkt durchs Fenster scheint. Schon bin ich wieder abgelenkt und geniesse die ersten Sonnenstrahlen. Höre, wie das Butterfass dreht, die Melkmaschine surrt und die Kälber hungrig nach Milch rufen. Ein ganz normaler Morgen also. Was uns heute wohl wieder alles erwartet?

Immer dann nämlich, wenn man glaubt, es laufe alles wie am Schnürchen, passiert es: Die Kühlzelle steigt aus, das Rührwerk macht komische Geräusche oder die «Nidletäfeli» kochen über (zugegeben - das ist nicht Pech, sondern menschliches Versagen). Hoffen wir mal, dass uns heute keine solchen Überraschungen erwarten. Wir werden es sehen…

Eine gute Woche und herzliche Grüsse

Nadja Santschi